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< AuscultA - Frage März 2017
29.03.2017

AuscultA - Frage April 2017

Was ist eigentlich WISSEN?


Unsere Antwort lautet:

Obwohl so oft von Wissen und der Bedeutung des Wissens in entwickelten Gesellschaften gesprochen und geschrieben wird, ist es alles andere als einfach zu definieren, was unter Wissen verstanden wird.
Selbst die akademischen Beschreibungsversuche sind – abgesehen davon, dass sie für den praktischen Nutzen viel zu kompliziert sind – keineswegs eindeutig und aus unserer Sicht auch nicht ausreichend.

Deshalb wollen wir WISSEN wie folgt definieren:

Wissen ermöglicht die richtige Interpretation und den nutzbringenden Einsatz von Informationen, Handlungen und Hilfsmitteln.

Wissen selbst umfasst damit die 3 Elemente
-    KENNTNISSE,
-    FÄHIGKEITEN und
-    FERTIGKEITEN
wobei die Anteile der einzelnen Elemente deutlich unterschiedlich sein können.

Unter den einzelnen Elementen ist zu verstehen:
KENNTNISSE
Das theoretische und häufig fragmentierte Wissen, wie dies durch Schulung erworben werden kann, als auch das Wissen um Informationsquellen und die Beschaffung von Informationen.
Wie aus dieser Beschreibung bereits hervorgeht, handelt es sich bei diesem Teil des Wissens um Beschreib- und Speicherbares – Dokumente wie Bücher, Skripten, Handbücher, Anleitungen und auch Datenbanken, Expertensysteme, etc. – das im Prinzip jeder Person zur Verfügung steht.  Dieser Bereich ist objektivierbar, kann einfach „niedergeschrieben/festgehalten“ werden und wird bereits jetzt oder innerhalb recht kurzer Zeit durch Computer besser abgedeckt sein, als dies Menschen je konnten.

FÄHIGKEITEN
Dabei geht es die sinnvolle Kombination und Verknüpfung der zur Verfügung stehenden – nützlichen – Informationen und fragmentierten Wissensteile zu einem sinnvollen Ganzen.
Es geht darum, die einzelnen Elemente richtig zu vernetzen, sodass weitere und neue Erkenntnisse gewonnen werden und – insbesondere bei Unternehmen – Nutzen für Kunden entsteht.
Dieser Schritt ist von essentieller Bedeutung, denn hier ist von Kopfarbeitern/Wissensarbeitern in erster Linie gefordert, dass sie ihre Zeit EFFEKTIV – also für DAS RICHTIGE – einsetzen.
Dieser Bereich ist aus heutiger Sicht nur teilweise objektivierbar, denn ein signifikanter Teil davon ist personen- und persönlichkeitsabhängig. Auch ist es nicht einfach zu objektiveren, über welche individuellen Gedankengänge und persönliche Lerngeschichte neues Wissen entsteht und nutzbar gemacht wird.

FERTIGKEITEN
Bei Fertigkeiten handelt es sich nun um eingeübte „Handgriffe“ – auch wenn es Gedankengänge und Überlegungsmuster sind – die durch langjähriges, oftmaliges Wiederholen so automatisiert und einfach „von der Hand“ gehen, dass der Spezialist selbst kaum in der Lage ist, das Spezielle dieser Fähigkeit – dieses Wissens – zu benennen, geschweige denn zu erläutern oder gar zu beschreiben.
Hierunter fallen Spitzenchirurgen ebenso wie echte Leader von Unternehmen, u.v.a. Für alle gilt, dass Sie „das Wissen“ so aufgesogen haben, dass sie die dahinterstehenden Muster erkennen und aus unvollständigen Informationen dennoch die richtigen Schlüsse für erfolgreiche Entscheidungen ziehen.


In Anlehnung an unsere Veröffentlichungen zu den PRODUKTIVITÄTEN, seien hier unsere eindeutigen Definitionen wiederholt:

PRODUKTIVITÄT von KOPFARBEITER = (Zeiteinsatz für DAS RICHTIGE)/(gesamter Zeiteinsatz)

PRODUKTIVITÄT von WISSEN = (ANTEIL des GENUTZTEN WISSENS)/(Im Unternehmen VERFÜGBARES WISSEN)